Hintergründe

Der Hintergrund des Syrian Dreams Project ist ein persönlicher.

Mey Seifan interessiert sich bereits seit Längerem in hohem Maß für Träume, beobachtet ihre eigenen und hält sie fest. Ihr Interesse gilt dabei auch der Kontrollierbarkeit von Träumen, den sogenannten luziden Träumen bzw. Klarträumen. Nach dem Beginn der syrischen Revolution im März 2011 stellte sie gravierende Änderungen bei ihren Traumverläufen fest.

Sie wollte herausfinden, ob die Menschen in ihrer Umgebung ähnliche Erfahrungen aufzuweisen hatten. Aus den Rückmeldungen, die sie erhielt, entstand die Idee des Traumarchivs. Zu einer eigens gegründeten Facebook-Gruppe (www.facebook.com/SyrianDreamsProject) lädt sie seit 2011 Syrer ein, ihre Träume aufzuschreiben und zu posten, um einen Austausch über die Träume an sich und vor allem die Auswirkung der Revolution darauf zu ermöglichen.

Mittlerweile umfasst die Sammlung über 300 Träume, aus denen seit 2011 eine Parallele zur Entwicklung der Syrischen Revolution abzulesen ist. Ging es anfangs um Euphorie, Hoffnung, Angst vor Verhaftung, Verfolgung, Fliegen und Fallen, standen 2012 Schockstarre und Machtlosigkeit im Vordergrund. 2013 beschäftigten sich die Träumenden nicht mehr mit persönlicher Verfolgung, sondern mit Luftangriffen und Krieg. Dem folgten 2014 Träume von ISIS und von Schlachtszenen. Inzwischen geht es um verlorene Heimat, die Flucht, die Möglichkeit einer Rückkehr nach dem Krieg und den Geruch vom „Nichts“.