Wozu

Erinnerung ist subjektiv. Sie findet statt im konzentrierten Nachdenken, Aufschreiben, Erzählen, aber genauso gut in plötzlich auftauchenden Bildern, Vorstellungen – und Träumen.
 Werden sie bewahrt und der Nachwelt zugänglich gemacht, bilden sie ein Teil der Mosaiksteine, die nötig sein werden, um eine bittere Ära der syrischen Geschichte für die kommenden Generationen erleb- und begreifbar zu machen.

Die syrische Revolution hat sich überwiegend auf eine bürokratisch anmutende „Leichenzählung“ reduziert, in der westlichen Welt entstanden einseitige Klischees zu Bürgerkrieg, Terror und Flüchtlingsproblematik.

Damit würde jedoch ein Stück der Geschichte dieses Landes und seiner wohl größten Katastrophe in diesem Jahrhundert verloren gehen.

Persönliche Erinnerungen sind auch eine unverzichtbare Quelle – besonders immer dann, wenn die Zerstörung durch Krieg und Chaos auch vor den schriftlichen und medialen Überlieferungen nicht Halt macht.

Mit den persönlichen Erlebnisberichten treten Menschen, deren Stimmen vielleicht oftmals ungehört bleiben, für einen – wenn auch nur kurzen Moment – aus der Anonymität heraus und füllen als Zeitzeugen den leeren Raum, den Krieg und Chaos hinterlassen haben.