Über die Ausstellung Siesta

Kriege, Flüchtlinge, Ghettos und Einwanderung führen wiederkehrend zur Reflexion über Integration, sowie alternative Stadt- und Lebenskonzepte.

Es führt dazu Städte als bekanntes Lebensraum-System in ihrem Konzept, Bau, gesellschaftlicher Zusammensetzung sowie auch ihrer Zerstörung – bis an ihren Grenzen –  zu hinterfragen.

In Syrien wurden und werden immer noch Städte zerstört.

Deren Einwohner fliehen, bauen sich neue Zelt-Städte aus Stoff, in der Hoffnung, dass dies nur eine vorübergehende Situation sei.

Nun sind über sechs Jahre vergangen, und nichts, außer den steigenden Zahlen und der Größe dieser „Stoff-Städte“, hat sich geändert.

Ihre Bewohner haben sich damit abgefunden und leider auch die Internationale Gesellschaft, welche jedoch in richtigen Städten und „gesicherten“ Lebensräumen lebt.

Wenn auf dieser Flucht-Reise die eigenen Zelte mitgenommen werden und dadurch eine kleine „Stoff-Stadt“ neben einer „richtigen“ Stadt ausgebaut wird, entsteht damit auch das Alltagsleben einer richtigen Stadt.

In manchen Flüchtlingscamps wie Zaatari in Jordanien (das weltweit zweitgrößte Flüchtlingscamp) ist eine ganze eigenständige Stadt entstanden: mit Supermärkten, Fitness-Studios, Friseurläden, Juwelieren, Pflanzen und Gärten, Schulen, Café’s, Restaurants, etc.

Die Fragen die sich bei dieser Situationen stellen sind:

Wie lebt man in so einer Stoffstadt, die so bewegend und im ständigen Wandel ist?

Was macht diese neue Stadtform aus und wie wirkt sich diese Situation auf deren Einwohner aus?

Wie fühlt es sich an auf einer Fluchtreise total erschöpft einzuschlafen, durch eine Welle geweckt zu werden, oder durch einen Albtraum vom Nachbarn?

Wie vermischen sich Träume durch körperliche Nähe zu fremden Personen?

Was träumt jemand im Gefängnis?

Wovon träumt ein “Flüchtling” der plötzlich nichts außer einer Nummer, ein “Irgendjemand” geworden ist?